And now for something completely different

In den Wochen nach meiner Ankunft in Norwegen arbeiten wir immer weiter an der Hütte im Wald. Wir machen große Fortschritte und sind dabei schneller als erwartet – andererseits erwartete auch niemand die spanische Inquisition. Zudem sind Lars und ich inzwischen ein ziemlich gutes Team geworden, fast so gut wie Bicycle Repair Man und sein Werkzeugkasten. Ich schaffe es sogar zu meiner großen Verblüffung, das ganze unbeschadet zu überstehen. Bisher sind die Schnitte, die ich mir beim Verarbeiten der Äpfel an den Händen zugezogen habe, meine einzigen Verletzungen, und auch das sind auch kaum Fleischwunden.

Damit es während der Arbeit nicht zu langweilig wird, fangen wir an ein einfaches Spiel zu spielen: Einer sagt den Namen einer berühmten Persönlichkeit, der andere antwortet mit dem einem anderen Namen, der mit dem letzten Buchstaben des vorher genannten Namens beginnt. Wenn Lars also „John Cleese“ sagt, kann ich mich mit „Eric Idle“ antworten. Wenn ich „Terry Gilliam“ vorschlage, kann Lars „Michael Palin“ sagen. Verboten wäre es zum Beispiel, auf „Graham Chapman“ mit „Terry Jones“ zu antworten, weil dieser Name offensichtlich nicht mit einem „N“ beginnt. Irgendwann sind Lars und ich so weit, dass wir ziemlich tief in die Trickkiste greifen müssen um uns mit Namen wie „Xanthippe“ wieder aus der Affäre ziehen zu können. Seinen Zweck erfüllt das Spiel aber trotzdem, denn ehe wir es uns versehen ist auch schon Feierabend.

Nachdem wir nochmal darüber nachdenken, gehen wir nicht nach Camelot, sondern nach Hause. Der Berg, den wir dazu erklimmen müssen, ist ein ziemlich kniffliger Aufstieg, das meiste davon geht aufwärts bis man die Spitze erreicht, und dann neigt er dazu, ziemlich stark abzufallen. Um uns den Heimweg etwas zu erleichtern, unterhalten wir uns über alles Mögliche, heilige Handgranaten, die Volksfront von Judäa, und natürlich auch über Politik. Lars kennt sich damit bei weitem sehr viel besser aus als ich, aber wir sind uns darüber einig, dass komische Frauen, die in Teichen liegen und Schwerter verteilen, keine Regierungsbasis sind.

Zuhause angekommen gibt es Abendessen, Gott sei Dank ohne Spam, nicht mal eine hauchdünne Scheibe. Während des Essens erzählt mir Lars, dass wir nachdem wir mit der Hütte fertig sind anfangen werden, im Wald zu arbeiten. Wie es aussieht bin ich demnächst ein richtiger Holzfäller, der Bäume fällt, von Baum zu Baum springt und Mittwochs shoppen geht. Solange ich keine Bäume mit Heringen fällen muss, bin ich dabei.

Draußen geht gerade die Sonne unter, und ich laufe noch einmal über die Straße, um die Szene besser betrachten zu können. Am Horizont verschwindet eine glühend rote Sonne hinter dem Horizont und taucht den Himmel in die schönsten Farben. Ich weiß nicht woran es liegt, aber die Farben wirken hier in Norwegen irgendwie viel intensiver und schöner als in Deutschland. Vor allem der Himmel hier hat es mir angetan – richtiges Norwegian Blue.

Danach wird es Zeit für Lars‘ und meine abendliche Routine, und unser Leben wird von plötzlicher, gewaltsamer Comedy heimgesucht. Ich persönlich könnte mir mein Leben nicht mehr ohne einen gewissen fliegenden Zirkus vorstellen, und ich weiß jetzt schon, dass ich diese gemeinsamen Filmabende mit Lars vermissen werde. Aber wie sagt man so schön: „Always look on the bright side of life…“

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