Kanelknuter

Ich glaube jeder ist schon einmal an dem Punkt gewesen, im Urlaub so viele Souvenirs und Schnäppchen gekauft zu haben, dass der Koffer nicht mehr zugeht. Als ich zum ersten Mal in London war, musste ich auf der Rückfahrt im Bus mit einer großen Plastiktüte kuscheln – ich hatte einfach zu viel dabei, und dass obwohl ich beim Packen extra Platz für Einkäufe gelassen habe. Auf der Reise die ich jetzt gerade mache kann ich mir so ein Verhalten nicht leisten, mein Rucksack ist (leider) nicht bodenlos. Deshalb nehme ich hier gerne Souvenirs der anderen Art mit: Geschichten, Fotos, Erinnerungen und auch Rezepte.

Tatsächlich würde ich mich selbst eher als hilflose Experimentier-Köchin bezeichnen, die nachts um drei am Herd steht und versucht, aus Erbsen und Eiscreme einen Kuchen zu backen. Allerdings habe ich das große Glück, unterwegs immer wieder Menschen mit beinahe schon magischen Fähigkeiten in der Küche zu treffen. Und wenn man schon jemanden vor sich hat, der professioneller Koch ist oder jahrhundertealte Familienrezepte hütet, dann kann man sich ja auch den ein oder anderen Trick abschauen, oder?

In Stockholm bekomme ich ein ganz besonderes Rezept, nämlich das für die berühmten Zimtschnecken, auch „Kanelknuter“ genannt. Und weil Wissen nur nützlich ist, wenn man es teilt, habe ich beschlossen es hier zu veröffentlichen. Also aufgepasst, hier kommt ein schwedisches Familienrezept für die besten Zimtschnecken der Welt!

Man nehme (für den Teig):
– 500g Mehl
– 1 Pack Trockenhefe
– 220ml lauwarme Milch
– 80g weiche Butter
– 70g Zucker
– eine Prise Salz

Für die Füllung:
– 150g warme Butter
– 120g Zucker
– 2-3 Esslöffel Zimt
– etwas Vanille
– eine Hand voll Liebe (das steht tatsächlich so im Rezept)
– Hagelzucker zum Bestreuen

Zubereitung:
1. Die Milch lauwarm erhitzen, dann mit der Butter und dem Zucker verrühren. Mehl, Salz und Hefe hinzugeben und gut durchkneten. Den Teig für 60 Minuten zugedeckt an einen warmen Ort stellen, z.B. vor den Ofen oder eine Heizung, und gehen lassen.

2. Alle Zutaten für die Füllung mischen und mit einer Gabel zu einer Creme verrühren. Ich wurde gebeten an dieser Stelle anzumerken, dass man auch ruhig mehr von der Liebe nehmen kann, die kann nicht überdosiert werden.

3. Jetzt wird es etwas komplizierter: Den Teig zu einem Rechteck ausrollen und darauf die Füllung verstreichen. Dann den Teig in der Hälfte einschlagen, und zwar die lange Seite auf die andere lange Seite. Jetzt kann man von der kürzeren Seite Streifen abschneiden, die etwa 1-2cm dick sind. Bei mir reicht das meistens für etwa 15-18 Streifen.

4. Die Streifen werden jetzt um sich selbst gedreht und in Spiralen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt. Wer will kann versuchen einen Knoten auf die Streifen zu machen (ich bekomme das nie hin). Dann werden die Zimtschnecken wieder für 30 Minuten an einen warmen Ort gestellt.

5. Jetzt werden die Zimtschnecken im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Ober- und Unterhitze für etwa 15-20 Minuten gebacken. Wer möchte kann vor dem Backen noch Hagelzucker darüber streuen, dass ist dann so richtig traditionell.

6. Frisch aus dem Ofen genießen!
Ich habe in Stockholm eine Menge Zimtschnecken gegessen, aber keine schmecken so gut wie diese selbstgemachten Schätze. Ich habe dieses Rezept jetzt schon drei Mal nachgebacken, und es war immer genial einfach und super lecker. Alles was man braucht ist etwas Zeit, um den Hefeteig ruhen zu lassen. Für mich auf jeden Fall schon jetzt ein absoluter Liebling, und vielleicht kommen ja auch bald in eurer Küche ein paar frische schwedische Kanelknuter aus dem Ofen…

 

PS: Wer übrigens wissen möchte, wie es gerade bei Lars, von dem ich ja schon öfter geschrieben habe, so aussieht, sollte mal auf dem Blog der wunderbaren Audrie vorbeischauen. Die Niederländerin hilft ihm gerade beim Renovieren und berichtet auf ihre sehr ehrliche und einzigartige Weise davon. Definitiv lesenswert! 😉

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