CSI Serbia: No Balls, No Glory

Der Job bringt mich eines Tages noch um. Die Welt da draußen vor dem Fenster sieht ruhig aus, doch ich weiß es besser. Jahrelanges Training haben mich zu einem stahlharten Cop Serbiens gemacht, der die Wahrheit hinter der Fassade kennt: Mord, Betrug, Dunkelheit. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Verbrechen wieder zuschlägt. Solange sitze ich hier und esse mein Frühstück – ruhig, aber wachsam.

Mein Partner Dragan steht in der Tür: wir haben einen neuen Auftrag. Ohne zu zögern kippe ich meinen extra-starken Kamillentee in einen Thermobecher um und schnappe mir meinen langen Ledermantel. Trotz bewölktem Himmel setzte ich meine verspiegelte Sonnenbrille auf, denn das Verbrechen bekämpft sich nicht ohne Stil. Ein letzter Blick in den Spiegel zeigt: ich sehe gut aus, gut, aber nicht zu gut.

Mit unserem alten Volvo fahren wir knapp über dem Geschwindigkeitslimit und nutzen dabei die Straße wie jeder andere Serbe auch: in voller Bandbreite, mit zwei Metern Ausweichstreifen rechts und links. Durch die Schlaglöcher werden wir ganz schön durchgeschüttelt, doch dies sind die Gefahren, die der Job mit sich bringt. Ich halte meinen Kamillentee im Thermobecher stahlhart in meiner Hand, in meiner Sonnenbrille spiegelt sich die vorbeirauschende Landschaft.

Der heutige Auftrag: ein BBQ kaufen. Um potenzielle Gegner zu verwirren und die Stadt auf kriminelle Aktivitäten zu untersuchen, fahren wir erst eine Runde durch das Zentrum, während Dragan so tut als würde er mir die Stadt zeigen. Ein Blick in den Rückspiegel um potentielle Verfolger zu enttarnen, dann parken wir am Straßenrand. Dragan geht ins Geschäft, ich warte im Auto für den Fall einer schnellen Flucht.

Wir stehen direkt vor einem Geschäft mit günstigen Importwaren aus China, das seine Schaufenster mit großen Plakaten verdeckt hat. Direkt vor mir posiert ein muskelbepackter Mann in einer sehr eng sitzenden Badehose, seinen Blick heroisch in die Ferne gerichtet. Eine Frau im Bikini hat sich in seine Arme geworfen und sieht ihn bewundernd an. Darüber in großen Buchstaben der Slogan: „No Balls, No Glory.“ Gerade als ich mich frage, ob solche Werbung wirklich funktioniert, nähert sich ein Mann unserem Wagen. In seinen Händen hält er einen seltsamen Apparat, und ich spüre das Adrenalin in meinem Blut.

Durch das geöffnete Fenster hindurch spricht er mich auf Serbisch an, und aufgrund meiner ausgeprägten Unkenntnisse der Landessprache bitte ich ihn, Englisch zu reden. Mit heftigem Akzent erklärt er mir, wir dürften hier nicht parken, woraufhin ich alle mein Verhörs- und Gesprächstaktiken einsetze um zu verdeutlichen, wir würden gleich wieder gehen. Er glaubt mir nicht, zückt schon das Gerät um einen Strafzettel auszustellen – und ich habe keine Beweise, um ihn davon abzuhalten. Es scheint, als hätte das Gesetz sich heute gegen uns gewandt.

Genau in diesem Moment kommt mein Partner aus dem Geschäft. Des Serbischen mächtig, erklärt Dragan dem Mann alles, woraufhin dieser nickt und wieder geht. Der Tag ist gerettet, und ich bin heilfroh, dass wir diese Situation noch gerade so abwenden konnten. Es ist ein Leben am Limit.

Am Ende des Tages ziehen Agent Dragan und ich unsere Bilanz, und wir sind froh, Serbien ein weiteres Mal gerettet zu haben. Es ist kein einfacher Job, aber echte Helden tragen eine Bürde wie diese mit stolz. Morgen werden wir wieder hinausziehen und gegen das Verbrechen kämpfen – denn das Böse schläft nie. Nicht mal in Serbien.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s